Quiltmanufaktur: Andrea und ein Miniquilt

Andrea habe ich auf Facebook kennen gelernt, wir haben uns immer wieder Nachrichten geschrieben und eines Tage auch persönlich getroffen. Sie ist Inhaberin der Quiltmanufaktur im Brückenviertel von Frankfurt/Main. Sie eröffnetet ihr Geschäft im Frühjahr 2014 und schreibt als Expertin für das moderne Patchwork auf dem Bernina-Blog.
Während ich hier sitze und diesen Post schreibe, ist es draußen wirklich mieses Wetter und mir ist kalt – mein Vermieter hat wohl nicht damit gerechnete, dass es im Herbst kalt werden könnte…. Da helfen ein paar warme Gedanken! Die habe ich mir über die letzten Tage reichlich gemacht, nachdem mich Dorthe zu dieser schönen Idee mit der Blog-Party einlud.
Da ich schon voll in den Weihnachtvorbereitungen, bzw.- Dekoideen für meinen Laden stecke, war das ein wunderbarer Grund, über einen weiteren Quilt nachzudenken. Wandbehänge sind ja sonst nicht so meins, aber da ich nun mal diese fantastische Nische neben dem Eingang habe, bietet es sich eben an….Normaler Weise hängen dort Babyquilts – aber kennt jemand von euch einen Babyweihnachtsquilt?! Ich zumindest nicht….
Also habe ich ein altbekanntes Muster – den Swoonstar – ausgepackt und dazu zwei schöne Charmpacks „Aspen Frost“ von Moda genommen und noch etwas Kona Cotton Snow hinzugefügt – et voilà:
DER CHRISTMAS SWOONSTAR!
Diese Idee und das Muster habe ich schon sehr lange mit mir rumgetragen, zumal es wunderschöne große Single-Swoonstar Quilts gibt.
Ich habe mir vor langer Zeit ein Layout konstruiert und danach Kissen genäht. Für die Kissen habe ich Jelly Rolls verwendet, für diesen Wandbehang jetzt Charmpacks, also statt 2,5″ Inch Quadraten in diesem Fall 5″ Inch Quadrate.
Die fertige Größe des Quilts ist 90 cm x 90 cm.
Für das Quilttop benötigt man 2 Charmpacks und ca. 55 cm Hintergrundstoff.
Auf den Quadraten habe ich mit einem Stift eine Diagonale gezeichnet. Anschließend habe ich 1/4″ Inch neben dem Strich entlang das Quadrat durchgeschnitten. Oben links im Bild sieht man, wie zwei ungleiche Dreiecke entstanden sind. Das kleiner Dreieck benötigt man für dieses Projekt nicht – ab in die Kiste damit….
Ich weiß: man könnte die HST auch schneller nähen, indem man zwei Quadrate übereinander legt, dann links und rechts von der Diagonalen entlang näht und zum Schluss die Diagonale mit dem Rollschneider durchschneidet. Dann kommt man allerdings auf ein kleineres Gesamtmaß – das wollte ich hier aber nicht!
Insgesamt benötigt man 68 Dreiecke und 4 Quadrate aus den beiden Charmpacks (es bleiben einige Quadrate übrig).
Die Zuschneiderei habe ich noch im Geschäft gemacht, dann habe ich die Teile mit nach Hause genommen und – wie immer – auf dem Boden ausgelegt, um zu schauen, wie die Teile am Besten verteilt werden. Manchmal dauert das Tage und ich laufe immer mal wieder „vorbei“ und lege Schnittteile um. Um ehrlich zu sein ist die erste Variante dann immer die beste….
Frau B. ist in diesem Prozess nicht immer wirklich hilfreich – sie liebt es, sich auf dem Layout breit zu machen, wobei dann immer gerne die Teile durcheinander kommen. Aus diesem Grund mache ich immer – wirklich immer – Bilder mit dem Handy, um später nachvollziehen zu können, wie ich mir das so gedacht habe.
Um den Hintergrundstoff zu schneiden, benötigt ihr erst mal 2 Streifen a` 5 3/8″ Inch. Aus diesen schneidet ihr 14 Quadrate 5 3/8″ Inch. Diese werden dann einmal diagonal durchgeschnitten und man erhält so 28 Dreiecke. Aus zwei weiteren Streifen a` 5″ Inch schneidet ihr 4 Quadrate a` 5″ Inch und 4 Rechtecke 5″ x 9 1/2″ Inch aus.
Bevor es mit dem Nähen losgehen kann, habe ich die Teile incl. des weißen Hintergrunds ausgelegt. Wie ihr seht, habe ich dabei mein Handybild zur Hilfe genommen. Begonnen habe ich mit der einen Hälfte des Sterns, da mein Tisch nicht groß genug ist….

Jede Reihe wird einzeln gearbeitet, also erst mal alle Dreiecke zusammennähen und dann die so entstandenen Quadrate zusammenfügen. Die Nahtzugaben bügle ich immer auseinander und die überstehenden Nahtzugaben schneide ich vor dem Zusammennähen der Quadrate weg.

 

Wenn ihr die beiden obersten Reihen fertig genäht habt, müsst ihr die zwei Rechtecke rechts und links anfügen. Erst dann könnt ihr die beiden restlichen Reihen annähen.

 

Damit die Schnittpunkte immer aufeinander passen, stecke ich mir
Stecknadeln quer zum Nahtverlauf und durch die Nahtlinien hindurch.

 

Diese kann man beim Nähen im Stoff stecken lassen und einfach darüber
nähen. Ich nähe mit gleichbleibender Geschwindigkeit über die Nadeln
hinweg.

 

… und ruck-zuck ist die eine Hälfte des Sterns fertig!
Die zweite Hälfte wird genauso gearbeitet und zum Schluss beide Hälften vereinigt.

Um den Quilt fertig zu machen, bildet ihr ein Quiltsandwich aus dem Top, dem dünnen Vlies und dem Rückseitenstoff. Gequiltet habe ich mit geraden Linien und mit Hilfe des Obertransportfußes erst zweimal diagonal durch das Quiltquadrat und von dann ab immer V-förmig im füsschenbreiten Abstand zu der vorherigen Quiltlinie.

Ich hoffe, euch mit diesem weihnachtlichen Miniquilt etwas den Herbstblues vertrieben -und schon für etwas Vorfreude auf Weihnachten gesorgt zu haben 🙂

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5 Kommentare

  1. Ich muss es noch einmal sagen: Der gefällt mir so gut!
    Jetzt hab ich doch glatt noch 2 weihnachtliche Charmpacks bestellt – wobei ich daraus jedoch zwei Wandquilts machen werde… Danke nochmal! Was für ein Glück, dass mir nun doch nicht langweilig werden wird…

    annilu

  2. Liebe Dorthe,
    ganz lieben Dank für die viele Mühe, die du dir mit diesem Bloghop gemacht hast 🙂 (ganz abgesehen von meinen ständigen Änderungen..) ganz tolle Idee und wundrbare Teilnehmer, die du dafür gewinnen konntest!
    Liebe Grüße und einen tollen Wochenstart,
    Andrea

  3. So ein Swoonstar-Quilt ist bei mir auch schon länger auf der Wunschliste. Das wäre jetzt wirklich ein schöner Grund, denn eine bessere Anleitung finde ich sonst sicher nicht. Viele Grüße, Martina

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